Messeturm Frankfurt: Austausch der weltweit größten laminationsgebogenen Glasscheibe

Der Messeturm im Frankfurter Westend war in den 1990er-Jahren das höchste Gebäude Europas und prägt die Skyline der Stadt bis heute. Er wurde 1990 fertiggestellt und verteilt 64 Stockwerke auf 257 Metern.

Rund dreißig Jahre nach der Errichtung wird der Wolkenkratzer im laufenden Betrieb einer umfangreichen Revitalisierung mit hohem architektonischem Anspruch unterzogen. Für die Pläne zum Reload arbeiteten Messeturm-Architekt Helmut Jahn und der Designer Matteo Thun zusammen. Bislang als reines Bürogebäude genutzt, wurde die Lobby des im Frankfurter Volksmund genannten „Bleistift“ so umgestaltet, dass eine Café-Bar und ein Restaurant die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen. Der Gebäudesockel hat die größte Veränderung erfahren. Dieser besteht nun aus einer vier Meter nach außen versetzten und gebogenen Glasfassade, die viel Licht in die komplett neu gestaltete Eingangshalle lässt. Hierfür wurden die größten laminationsgebogenen Glasscheiben der Welt montiert: 36 Stück, davon jede 18 Meter hoch, fast 3 Meter breit und ca. 6 Tonnen schwer.

Aufgrund eines Defekts musste nun eine dieser Fassadenscheiben ausgetauscht werden. Ein eindrucksvoller Eingriff, der ein großes Team über mehrere Tage beschäftigte, schweres Gerät benötigte – und perfekte Wetterverhältnisse. Ein Schwertransporter übernahm die Lieferung der neuen Scheibe, ein 100 Tonnen schwerer Kran musste die Montage unterstützen. Der Tausch der Scheibe kann dabei aus Sicherheitsgründen nur bei einer maximalen Windgeschwindigkeit von 5km/h durchgeführt werden, so dass ein erster Versuch unterbrochen werden musste. Nach Demontage der defekten Glasscheibe konnte die neue Scheibe dann problemlos eingesetzt und montiert werden. Michael S. Müller, Projektleiter bei Drees & Sommer Baumanagement, begleitete den Scheibentausch und freut sich, dass „die herausfordernde und logistisch anspruchsvolle Aufgabe von den unterschiedlichen Teams gemeinsam so gut bewältigt wurde. Schwere Maschinen sind beherrschbar, das Wetter nicht.“ 

Drees & Sommer ist bei den Revitalisierungsmaßnahmen mit den GCM-Leistungen beauftragt. Das beinhaltet die Projektsteuerungs- und Fachplanungsleistungen sowie das Baumanagement.